22. März 2017

Atomwaffenverbot und Mitarbeit

Schade, unsere Bürgermeister sind noch nicht so weit. 
Gleichwohl ist die Absage zu verschmerzen, denn die anstehende Erarbeitung eines Verbotsabkommens wäre "automatisch ein Stück weltrepublikanisch", weil ein Verbot eben nur per übergeordneter UNO-Kontrolle verifiziert und dauerhaft gewährleistet werden kann. 

Dass wegen des bleibenden Atomwaffenwissens ein Verbot "kein Garant für den Weltfrieden" wäre, stimmt zwar, 
denn niemand könnte bspw. die USA, Russland, China, Indien usw. daran hindern, weiterhin oder wieder atomar zu rüsten, 
aber ohne wenigstens ausgearbeiteten Vorschlag, wie solches Verbot und seine Verifizierung auszusehen habe, stünden wir allemal schlechter da. 
Dass sich aus dem Wissen und bspw. zivilen Atomabfällen Terroristisches machen lässt, stellt Terrorrisiken dar und unabhängig davon, ob wir eine Weltrepublik haben, eben auch jetzt schon, aber per "Schmutziger Bombe" weniger den Weltfrieden gefährdend als die regionale Sicherheit.
Für gefährlicher halte ich neben dem andauernden Risiko eines "versehentlichen Atomkrieges", dass die "Schwachstelle Mensch" mehr und mehr kybernetisch ersetzt wird, was sich gegen Hackerangriffe schwer oder gar nicht absichern lässt.
Auch das macht die Atomwaffenabschaffung dringlichert, mindestens jedoch die weiträumige Trennung von Trägermitteln und Atomsprengköpfen, wobei letztere zumindest auch in ihren kritischen Komponenten zerlegt werden müssten. 
Überdies klare und weltweite Regelungen, 
a) wie mit Vertragsbrechern weltstrafrechtlich umzugehen ist, 
b) auf welche Weise Whistleblower weltweit vor Strafe geschützt und belohnt werden, wenn sie tatsächlich Rechtsbrüche melden. 
All das hat sogleich weltrepublikanische Dimension. 
Schieben wir Weltrepublikanisches jedoch zu sehr in den Vordergrund, erhöhen wir möglicherweise sogar genau die Hürden, die durch solch Abkommen allemal flacher würden.

Es gibt so irre viel, was einfallen könnte, wenn man nur wollte. Also halten wir Augen, Ohren und Verstand dafür offen, was da erarbeitet wird. Und wir sollten es intensiv begleiten - auch in Richtung Öffentlichkeit. Denn unsere Medien werden nur wenig, wenig Zutun bieten, allenfalls mit Programmplätzen für Ohnehin-Interessierte.

LG

Wissenschaft und Gewissenhaft

Wissenschaft kostet Geld, wenn sie nicht hungern soll. Wissenschaft braucht Unabhängigkeit, wenn sie nicht missbraucht werden will. Aber ...